Schachclub Kettig

Zum vorletzten Spiel in der Rheinlandliga reiste die zweite Mannschaft nach Reil. Angesichts der bislang meist knappen Erfolge überrascht der 6,5:1,5-Kantersieg etwas, zeigt aber auch, dass die Mannschaft nicht nur gewillt war, den Spitzenplatz in der Liga zu verteidigen, sondern auch einen Riesenschritt in Richtung Meisterschaft zu tun. Die ersten zwei Bretter schwächelten zwar etwas bei nur einem halben errungenen Brettpunkt, doch die Bretter 3 bis 8 siegten ausnahmslos; es gewannen ihre Partien Uwe Reichert, Waldemar Schmidt, Ingo Schaller, Michael Reifenröther, Rüdiger Matriciani und Jürgen Rausch. Die letzte Runde wird zentral in Remagen gespielt; da man einen Punkt Vorsprung gegenüber dem ärgsten Verfolger Schweich besitzt und zudem mit Turm Trier auf einen nicht allzu starken Gegner trifft, sollte zumindest am kommenden Sonntag die Meisterschaft unter Dach und Fach gebracht werden. Ob in diesem Fall auch der Aufstieg in die Rheinland-Pfalz-Liga wahrgenommen wird, ist derzeit noch Spekulation und hängt von einigen Faktoren ab, ob z.B. der Spielerkader verstärkt werden kann und in welchen Klassen die weiteren Kettiger Mannschaften nächste Saison spielen werden. Es könnte passieren, dass die Zweite entweder mit der Ersten in einer Klasse ist oder bei einem Aufstiegsverzicht es in der Rheinlandliga mit der Dritten zu tun bekommt, die in der Bezirksklasse ebenfalls eine glänzende Ausgangsposition besitzt und Anfang April die Meisterschaft erringen kann.
In der A-Klasse stand die Vierte vor der Aufgabe, gegen den Nachbarn aus Urmitz entweder mit einem 3:3 oder einem Sieg den Klassenerhalt vorzeitig zu schaffen. Für sie war es das letzte Saisonspiel, obwohl noch eine Runde zu absolvieren ist, da mit Sinzig eine Mannschaft während der Saison zurückgezogen hat und die Klasse dadurch eine ungerade Teilnehmerzahl erhielt. Der Mitkonkurrent Mendig verlor erwartungsgemäß gegen Remagen und die Mannschaft erreichte zwar ihr 3:3-Wunschergebnis, doch dieses kam ziemlich glücklich zustande, wobei man sich nicht mit Ruhm bekleckerte: Zunächst einmal lag die Mannschaft mit Spielbeginn 1:0 zurück, da partout kein sechster Spieler aufgeboten werden konnte.
Günther Müller an Brett 1 trennte sich mit einem Großmeisterremis von seinem Gegner und Patrick Schlecking und Michael Lohn siegten mehr als umständlich an den Brettern 4 und 5, Zwischenstand somit 2,5:1,5 für Kettig. Die letzten beiden Partien ließen für Elmar Zimmer an Brett 2 höchstens ein Remis bei einem Bauern Rückstand und bei Otto Rausch an Brett 3 ein sicheres Remis erwarten; der halbe Punkt zum Teilerfolg sollte also sicher sein. Doch Rausch verlor die Übersicht und geriet in eine hoffnungslose Stellung, während der Gegner von Zimmer keinen richtigen Angriffsplan entwickelte und unnötigen Respekt vor dessen Zügen zeigte, die eigentlich nur im Trüben fischten. Bei Erreichen der ersten Zeitkontrolle gab Rausch im Einvernehmen beider Mannschaften seine Partie auf, während man sich gleichzeitig am zweiten Brett auf Remis einigte, da es wohl noch geraume Zeit in Anspruch genommen hätte, falls der kleine Materialvorteil für den Urmitzer Spieler sich durchgesetzt hätte. Endstand also 3:3 und damit war beiden Mannschaften gedient, da Urmitz sich auf jeden Fall vor Kettig platziert und sich für sie die Abstiegsfrage nicht mehr stellt. Die Vierte wird am letzten Spieltag am kommenden Sonntag zwar der Konkurrenz zuschauen müssen, die punkten kann, doch vom 8. Platz kann sie nicht mehr verdrängt werden, der bei zwei zu erwartenden Absteigern ebenfalls zum Klassenerhalt reicht.