Kettiger Haushaltsplan im Spiegel der Meinungen

2004123

Das Baugenehmigungsverfahren ist abgeschlossen und der Grundstückskauf am Wiesenweg getätigt; nun braucht die Gemeinde das Geld zur Errichtung einer Bürgerhalle. Foto: jüg

Wenn auch das Wesentliche zur Einbringung der Haushaltssatzung traditionsgemäß vom Bürgermeister der Gemeinde gesagt und zahlreiche Details erläutert werden, so ist es in Kettig genauso üblich, dass die Fraktionssprecher ihre Bewertung des eingebrachten Etats innerhalb der entscheidenden Gemeinderatssitzung abgeben. So nahmen im Einzelnen Ingrid Linden für die SPD, Frank Klemm für die CDU, Ottwin Windheuser für die FWG und Bernd Kohl für die FDP Stellung:

"Die Fraktion der SPD freut sich, dass es der Gemeinde in wirtschaftlich schwierigen Zeiten möglich ist, einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen, wobei die vorgesehenen Projekte im Wesentlichen gemeinsam auf den Weg gebracht werden. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass die von der SPD gestellten Anträge im Haushaltsplan Berücksichtigung gefunden haben. So zum Beispiel die Anlegung eines Obstwanderweges, die Einengung der Fahrbahn in der Kärlicher Straße und im Mittelweg. Ebenso sind auf unseren Antrag hin 90.000 für den Ankauf des Grundstückes Ecke Breite-/Bachstraße im Etat eingesetzt worden. Die Gemeinde hat eine finanziell gesicherte Zukunft und kann voraussichtlich Ende 2004 auf eine Rücklage von 500.000 Euro blicken. Dies sind für die SPD-Fraktion gute Gründe, diesem Haushaltsplan zuzustimmen und Bürgermeister Norbert Hansen für seine solide Arbeit zu danken", erklärte Ingrid Linden, die betonte, dass der Bau einer Bürgerhalle für die SPD erst dann in Frage kommt, wenn sich die Gemeinde dies auch leisten kann. "Jeder, der eine solche Halle bauen will, sollte auch darlegen, wie ein solches Objekt finanziert werden kann", meinte die Fraktionsvorsitzende.

In Vertretung des Fraktionsvorsitzender Peter Moskopp gab sein Stellvertreter Frank Klemm ein Statement über die Verabschiedung des Haushaltsplanes ab: "Klar, dass wir froh darüber sind, dass uns ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden konnte und auch für die geplanten Investitionen kein Kredit aufgenommen werden muss. Wenn wir hören, dass die Steuereinnahmen der Gemeinde voraussichtlich noch ansteigen werden und insofern noch mehr Gestaltungsspielraum gegeben sein wird, können wir durchaus an die Planung einer Bürgerhalle denken. Der Bau einer solchen Halle ist für uns besonders wichtig. Wir denken, dass die Zeit reif für eine solche Gemeinschaftseinrichtung ist und wir alles daran setzen werden, das Projekt baldmöglichst zu realisieren", erklärte Frank Klemm, der für dieses Jahr einige Anträge der CDU ankündigte.

Ottwin Windheuser begrüßte den ausgeglichenen Haushalt, wobei er seine Freude darüber zum Ausdruck brachte, dass auch weiterhin die Vereine des Ortes unterstützt werden können. "Die FWG hält es für wenig sinnvoll, weitere Bebauungspläne aufzustellen. Sowohl in der Verlängerung der Ochtendunger Straße als auch in der "Kleinflur" sowie "Im Schallmerich 1 + 2" gibt es ausreichend Bauplätze. Im übrigen freuen wir uns darüber, dass wieder mehr Steuern der Gemeinde zur Verfügung stehen. Dazu tragen sicher auch die Gewerbetreibenden im Ort erheblich bei", erklärte der FWG-Sprecher, der im übrigen dafür plädierte, dass nunmehr mit der Planung einer Mehrzweckhalle begonnen werden solle. "Mit den eingesetzten 50.000 Euro können die ersten Planungen vollzogen werden", erläuterte Ottwin Windheuser.

Bernd Kohl betonte, dass die FDP froh über die Tatsache ist, dass die Gemeinde Kettig einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen kann und insofern eine Zustimmung seiner Partei die logische Konsequenz war. Auch die vorgesehenen Investitionen werden von den Freien Demokraten mitgetragen. "Möglicherweise stellt sich bei der Abrechnung für 2003 ja heraus, dass unsere finanzielle Situation noch günstiger ist", erklärte Bernd Kohl, dessen Partei in jedem Fall dabei mitwirken möchte, die Einkommenssituation weiter zu verbessern. "Erst dann können wir daran denken, auch eine Mehrzweckhalle für unsere Gemeinde zu bauen", war vom Fraktionssprecher der FDP zu hören.

- JÜG -