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Einweihung der Förder- und Wohnstätte für Schwerstbehinderte gGmbH - Eine Vision wurde Wirklichkeit

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Petra Heinz und Wolfgang Krause von den Trägervereinen zeigten der Ministerin für Arbeit, Soziales und Gesundheit die modernen Gebäude der Förder- und Wohnstätte.

"Eine Schirmherrin ist jemand, der uns beschützt und schaut, dass alles in Ordnung ist", so erklärte Yvonne Haas, eine 23-jährige Bewohnerin und Werkstatt-Mitarbeiterin die Aufgabe von Malu Dreyer, der Ministerin für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes; eine Aussage, die diese lächelnd zur Kenntnis nahm. Mit dem Song der Doors "Knocking on heavens door", eröffnete die House-Band der Förder- und Wohnstätte die feierliche Einweihung der Behinderteneinrichtung, wobei anschließend die erfrischend spontane Yvonne Haas sowie Geschäftsführer Alfred Marmann die Begrüßung der Gäste wahrnahmen. Die Gäste, die aus den unterschiedlichsten öffentlichen Verwaltungen sowie aus den kommunalen Parlamenten (einschließlich des Landtagsabgeordneten Dieter Klöckner) in der Cafeteria der Förder- und Wohnstätte versammelt waren, erfuhren zunächst durch die Ansprachen der Gesellschafter und später durch die informativen Besichtigungen des gesamten Wohn-, Förder- und Werkstattkomplexes von der Bedeutung und den Aufgaben dieser Einrichtung für geistigbehinderte blinde/sehbehinderte und geistigbehinderte nicht sehgeschädigte Menschen. Die Förder- und Wohnstätte in Ketig bietet 98 Wohnplätze, wobei die Bewohner und Bewohnerinnen tagesstrukturierte Angebote in den Förderstätten erhalten sowie in einer speziellen, öffentlich anerkannten, Werkstatt (42 Plätze) arbeiten (jeweils ihren Möglichkeiten entsprechend) .

"Wir haben vor mehr als zehn Jahren mit den Überlegungen begonnen, eine Einrichtung für junge Menschen zu schaffen, die aufgrund ihrer Behinderungen nach der Schule keine Möglichkeit der Förderung mehr hatten. Es fanden sich Vertreter verschiedener Behindertenorganisationen zusammen, um Ziele und Aufgaben sowie die Trägerschaft genauer zu definieren", erkläuterte Petra Heinz vom Verein zur Betreuung blinder und sehbehinderter Kinder in Neuwied, wo auch der Verein zur Förderung und Betreuung spastisch gelähmter und körperbehinderter Neuwied/Andernach sowie das Heilpädagogisch-Therapeutische Zentrum Neuwied seinen Sitz bzw. Standort hat. Wolfgang Krause, Landesgeschäftsführer des DPWV und Gesellschaftsvertreter für das HTZ, gab einen Überblick über den weiteren Ablauf der Planungen, die schließlich vom Architektenbüro ARP aus Stuttgart weitergeführt wurden, als dieses aus mehr als 100 Architektenbewerbern mit ihrer Konzeption ausgewählt wurde. "Notgedrungen mussten von zahlreichen Ideen Abstand nehmen, um die Kosten nicht ins Unermessliche steigen zu lassen. Schließlich wurde bei Gesamtkosten von 25 Millionen ein Schlussstrich gezogen, wobei wir glauben, dass hier eine Einrichtung geschaffen wurde, die modernsten Ansprüchen entspricht und den Bewohnern ein wirkliches Zuhause gibt", betonten Petra Heinz, Wolfgang Krause und Jürgen Wolffram, der auf die damaligen Ziele zu sprechen kam: "Wir wollen Behinderte betreuen und fördern, um auch die Familien dieser Menschen zu entlasten. Wir möchten allen Dank sagen, die sich engagiert und zumeist unbürokratisch für das Gelingen dieses Projektes eingesetzt haben", betonte Wolffram. Letztlich bedankten sich die Gesellschafter-Vertreter noch einmal ganz herzlich bei Wilbert Peifer vom HTZ Neuwied, der zunächst als Geschäftsführer des Trägervereins die Geschicke des Projektes leitete. Jürgen Wolffram lobte außerdem die vorzügliche Bauplanung durch das Stuttgarter Architektenbüro sowie die Bauleitung durch die Architekten Georg und Juhr in Neuwied, die alle hervorragend gearbeitet haben. Nach wunderschönen Liedbeiträgen von Christine Staebel, die vom Weißenthurmer Charly Breck auf der elektronischen Orgel begleitet wurde, bat Yvonne Haas die Schirmherrin, Frau Ministerin Malu Dreyer, ans Mikrofon. "In gemeinsamer Arbeit, großem fachlichem Können und noch mehr Begeisterung ist dieses Projekt zur Förderung mehrfachbehinderter Menschen fertiggestellt worden. Es ist eine schöne und bedürfnisgerechte Einrichtung geworden, bei dem viele mitgewirkt haben. Ich betrachte es als ein gutes Zeichen, dass all diese Menschen bei Einweihung dabei sind. Zuwendungen von Bund, Land, Arbeitsverwaltung, von der Aktion "Mensch" sowie ein hohes Spendenaufkommen und nicht zuletzt die finanziellen Leistungen des Trägers selbst, haben diese segensreiche Einrichtung möglich gemacht. Wir wollen uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass unsere Welt behindertengerecht gestaltet wird und alle diese Menschen in einer solchen Einrichtung in ihrer Entwicklung gefördert werden", erklärte Malu Dreyer, die großen Beifall für ihre engagierte Rede erhielt.

"Es geht mir gut...", sangen und spielten Mitarbeiter und Bewohner der Förder- und Wohnstätte zum Ausklang der Einweihungsfeier und so nahmen Pfarrer Manfried Rademacher und Pater Lothar Zimmermann diese Aussage gerne auf und stellten bei ihren Segensworten fest, dass Gottes Segen zu diesem Wohlfühlen sicher beiträgt. "Vielleicht hat sich hier für die Bewohner ein Stück vom Himmel aufgetan", meinte Pfarrer Rademacher. - JÜG -