Verabschiedung von Rektor Lothar Hammes

Zum Wohle der Kinder

1616 wird in den Chroniken erstmals eine Schule in Kettig erwähnt. "Schulamt und Küsterei sind vereinigt. Der Lehrer bezog als Küster von jedem Einwohner jährlich ein Bündel Korn und ein Brot, von der Gemeinde für das Aufziehen der Kirchturm-Uhr drei Malter Korn und einen Mainzer Radergulden, als Lehrer jedoch von jedem Schüler einen Reichsthaler". Diese Hinweise und noch viele andere Ereignisse aus längst vergangenen Zeiten hat Rektor Lothar Hammes im Jahre 1980 in seiner "Kleinen Schulgeschichte von Kettig" aufgeschrieben. Damals feierte die Kettiger "Neue Schule" ihren 20. Geburtstag. Rektor Lothar Hammes konnte durch das Studium verschiedener Chroniken nicht nur die Geschichte der Schulgebäude, sondern auch die von schulischen Verhältnissen, von Lehrern und Schülern in seiner kleinen Broschüre zusammenfassen. Der geschichtsinteressierte Pädagoge wurde nun am vergangenen Mittwoch von Regierungsdirektor Josef Hüsges aus dem Dienst verabschiedet. "Lothar Hammes möchte die Möglichkeit wahrnehmen, im Rahmen der Teilzeitarbeit den Dienst zu beenden. So bleibt er eigentlich noch bis zur eigentlichen Pensionierung Lehrer. Doch wir gönnen Lothar Hammes, der sicherlich in seiner Hunsrücker Heimat mit seiner Ehefrau noch viel freie Zeit verbringen wird, seinen Ruhestand, danken ihm für all sein Engagement und wünschen ihm alles Gute", betonte Josef Hüsges, der als ehemaliger Lehrer verschiedener Schulen in der Verbandsgemeinde immer auch gute Kontakte mit seinem Kollegen hatte. Lothar Hammes, der in Koblenz wohnt, wurde 1939 in Köln geboren, er besuchte von 1945 - 1951 die einklassige Volksschule Beulich, machte das Abtiur im altsprachlichen Gymnasium in Hademar, studierte dann von 1959-1961 an der Pädagogischen Akademie in Koblenz. In Betzdorf-Bruche trat er seine erste Stelle an. Zehn Jahre lang war er Lehrer, seit 1969 Konrektor, an der Volksschule in Urmitz, wobei er schon früh in der Junglehrer-Ausbildung tätig war. Als die Volksschule Urmitz in eine Grundschule umgewandelt wurde, entfiel die Konrektorenstelle und er kam 1976 zur Grundschule nach Mülheim, wo er allerdings nur ein Jahr blieb, um dann 1977 sein Amt als Schulleiter der Grundschule Kettig anzutreten.

Lothar Hammes ist verheiratet, hat vier Kinder und inzwischen auch vier Enkelkinder. Schulrat Hüsges wusste zu berichten, dass der Pädagoge während der insgesamt 24 Jahre seiner Tätigkeit in Kettig - er feierte in diesem Jahr übrigens sein 40-jähriges Dienstjubiläum - immer bestrebt war, die Schule zu einer echten Lern- und Lebensstätte mit einem positivem Schulklima zu gestalten, in dem sich alle Beteiligten in gegenseitiger Achtung begegnen und sich wohl fühlen konnten.

Freude über Darbietungen Es war Lothar Hammes anzumerken, mit welcher Freude er die tollen Darbietungen der Schülerinnen und Schüler beim Abschiedsfest registrierte. Er durfte beim Anblick der Jungen und Mädchen sicher sein, dass er während der langen Zeit seiner Tätigkeit eine gute pädagogische Arbeit geleistet und der Schule zu einem guten Ruf verholfen hat. Seine Kolleginnen, denen er später herzlich für ihre vertrauensvolle Zusammenarbeit herzlich dankte, trugen ihre jeweils persönlichen Empfindungen in Versen anschaulich vor. Für Rektor Hammes waren die Kinder immer im Mittelpunkt des Geschehens. Sein Credo lautete: "Hilf mir, es selbst zu tun" und danach wollte er immer verfahren. Bürgermeister Norbert Hansen schilderte ihn als einen Lehrer, den sich viele Eltern und Schüler/innen gleichermaßen wünschen. Er hat seinen fachlichen und persönlichen Auftrag stets und ausschließlich darin gesehen, für das Wohl der Kinder zu arbeiten. Mich hat die besondere Atmosphäre an unserer Grundschule immer beeindruckt; denn das ganze Kollegium dieser Schule und viele Generationen von Kettiger Kindern sind mit ganzem Herzen und voller Begeisterung und Dankbarkeit in diese Schule gegangen", betonte Norbert Hansen, der sich im Namen von Rat, Verwaltung und Bürgerschaft herzlich bei Lothar Hammes bedankte. In Anwesenheit der Geistlichen beider Konfessionen, Pfarrer Johannes Steffens und Martin Hentze, dankten auch der Schul-Elternsprecher Dr. Bernd Henkel sowie der Vorsitzende des Fördervereins, Rainer Werschkun, für die gute Zusammenarbeit.

Hier ist die Welt noch in Ordnung "Manchmal kann man meinen, hier in Kettig ist die Welt noch eher in Ordnung als in manch anderen Orten der Umgebung. Als wir vor 6 Jahren hierhin zogen, da wurde uns gesagt, dass wir uns wegen unseres Sohnes keine Gedanken zu machen brauchen; denn hier gibt es ja den Rektor Hammes, der alles schon richtet", erklärte der Schuleltern-Sprecher. Rainer Werschkun erinnerte daran, dass es Lothar Hammes war, der den Förderkreis ins Leben gerufen hat, da er erkennen musste, dass nicht jede Anschaffung von der Gemeinde zu bewerkstelligen war. "Insgesamt konnten wir rund 30.000 Mark Zuschüsse für die Anschaffung, zum Beispiel für ein E-Piano oder auch eine Lautsprecher-Anlage, leisten", erläuterte Werschkun.

"Mein Dank gilt allen wohlmeinenden Förderern dieser Schule, angefangen vom ehemaligen Bürgermeister Hans Höfer bis zum heutigen Gemeinderat und der Gemeindeverwaltung mit Norbert Hansen und den ehemaligen und heutigen Kolleginnen, die zu der guten Atmosphäre in unserer Schule beigetragen haben. Nun heißt es Abschied nehmen von den Kindern, von den Kolleginnen und von einer Schule, die ich liebgewonnen habe. Es war ein erfülltes Leben und eine gute Zeit", betonte Lothar Hammes, der sich nun auf einen neuen, gewiss nicht weniger interessanten Lebensabschnitt freut.