Am Seil über den Bach schwingen

Kettiger Kinder sagen, wie sie sich ihren neuen Spielplatz vorstellen - Bürgermeister Hansen kam mit dem Planer in die Schule

Schon seit einiger Zeit plant die Ortsgemeinde Kettig einen naturnahen Spielplatz. Da sich hier Kinder austoben sollen, ging Bürgermeister Norbert Hansen jetzt in die Grundschule, um die Jungen und Mädchen nach ihren Wünschen und Vorstellungen zu fragen.

"In der Pfütze" heißt das Gebiet, auf dem die Kettiger Kinder demnächst ihren Spiel- und Bewegungsdrang ausleben sollen. Seine Besonderheit: Ein Bach fließt mitten durch das Gelände und lädt ein zum Plantschen oder zum Dämmebauen.

Der Planung für den neuen Spielplatz liegt ein Antrag der SPD-Fraktion im Gemeinderat zu Grunde. Und da es eine Fläche für Kinder werden soll, bezieht die Gemeinde ihre jüngsten Mitglieder auch in die Planung mit ein.

Zusammen mit dem Jugendpfleger Sven Normann und einem Vertreter des beauftragten Planungsbüros (Institut für Umweltplanung Dr. Kübler GmbH) kam Bürgermeister Norbert Hansen jetzt in die Grundschule, um mit den Schülern der dritten und vierten Klassen über ihren neuen Platz zu diskutieren.

Die rund 80 anwesenden Kinder zeigten großes Interesse und freuten sich riesig über das geplante Vorhaben. Ihre Wünsche waren vielfältig und phantasievoll. Sie reichten von Weidenhütten, die durch Gänge aus Weidenstecklingen miteinander verbunden sind, über Erdhügel zum Klettern und Runterrutschen bis hin zu einem Seil, mit dem sie sich über den Bach schwingen können. Baumstämme zum Klettern und Balancieren, versteckte Treffpunkte, gemütliche Sitzgruppen und ein Barfußpfad, auf dem verschiedene Bodenbeläge zum Fühlen mit den Fußsohlen, waren weitere Vorschläge.

Damit Eltern und Kinder das Gelände kennenlernen, gab's inzwischen schon einen Ortstermin. Die Kinder nahmen das Gelände gleich in Beschlag und waren von den hier vorhandenen alten und jungen Obstbäumen begeistert. Mit dabei war auch Frau Hillesheim von den Naturfreunden. Für den Herbst hatte sie gleich eine tolle Idee: Alle Kinder sammeln gemeinsam Obst und pressen es anschließend zu leckerem Saft.

Es zeigte sich weiterhin, dass hohes Gras für Kinder viel interessanter ist als glatt rasierte Rasenflächen. Ebenso wie das umgebende Gebüsch bietet es den Kindern gute Verstecke.

Zurzeit ist das Gelände noch nicht abgegrenzt. Jugendpfleger Sven Normann schlug einen Kletterwall als Sichtschutz vor. Die anwesenden Eltern begrüßten das Vorhaben der Gemeinde und freuten sich vor allem über die Ortsnähe des zukünftigen Spielplatzes.

Bürgermeister Hansen versprach, die vielen Ideen der Kinder und Erwachsenen zu prüfen und sie, soweit machbar, in den Plan mit einfließen zu lassen, der anschließend von den Gemeinderäten diskutiert und beschlossen werden muss. Bei einer vorgezogenen Bürgerbeteiligung im Mehrzweckraum der Grundschule wird der Plan zuvor erläutert. Doch schon heute haben die Kettiger Kinder die Fläche für sich als Spielbereich (wieder) entdeckt.