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Gemeinderat Kettig tagte - Ist das Thema Umgehungsstraße nun erledigt?

Kettig. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Kettig stellte Bürgermeister Norbert Hansen Diplom-Ingenieur Klaus Kohm vor, der auf der Basis einer Analyse des Fahrzeugverkehrs ein vorläufiges Ergebnis vortrug. Seit 1987, als man über die Anbindung der L 124 von Kettig nach Bassenheim diskutierte, ist die Verkehrspolitik ein heißes Thema.

Während SPD und FDP den Standpunkt vertraten, in jedem Fall eine Ortsdurchfahrt für den überregionalen Verkehr nach Bassenheim zu verhindern und auch eine Umgehungsstraße keinesfalls akzeptieren wollten, blieb die Forderung der FWG bestehen, eine Anbindung nach Bassenheim zu schaffen. Während diese später fallen gelassen wurde, blieb doch der Plan, eine Umgehungsstraße bauen zu wollen.

Zuletzt hatte die FWG 1998 einen entsprechenden Antrag gestellt, den SPD und FDP ablehnten und die CDU sich der Stimme enthielt.

Später äußerte sich die CDU klarer zur Kettiger Verkehrssituation und stellte entsprechende Forderungen.

"Unser Ziel muss es sein, die Verkehrsbelastung, die der Ziel- und Quellverkehr mit sich bringt, für alle Bürger erträglich und sicherer zu machen", erklärte der Bürgermeister, der im März dieses Jahres das Fachbüro Vertec aus Koblenz beauftragte, ein Verkehrskonzept zu erarbeiten.

Hierfür wurde im Mai diesen Jahres eine umfangreiche Verkehrszählung durchgeführt. Den freiwilligen Helfern sagte Norbert Hansen ein besonderes Wort des Dankes für deren Bemühungen. Die Ratsmitglieder sahen sich mit folgenden Aussagen von Klaus Kohm konfrontiert: Der am stärksten belastete Straßenabschnitt ist die Weißenthurmer Straße zwischen Wiesenweg und Andernacher Straße mit dem Knotenpunkt an der Kirche. Es folgt die Strecke zwischen Hauptstraße bis zur Gabelung Bassenheimer/Ochtendunger Straße.

Nicht, wie bisher immer vermutet, trägt der Lastwagenverkehr zur entscheidenden Belastung bei. Dieser beträgt lediglich nur 1,7 Prozent des Gesamtverkehrs.

Die Möglichkeit einer westlichen Entlastungsstraße wurde zwar untersucht, doch gleichzeitig festgestellt, dass dadurch nur ein geringer Effekt zur Entlastung der Hauptstraße erreicht würde. Für die Planer ist die Einrichtung einer Einbahnregelung in der Hauptstraße zielführend.

Damit würden die Verkehrsbelastungen etwa auf die Hälfte reduziert, hatte das Planungsbüro analysiert.

"Allerdings löst sich der Verkehr, der von der Hauptstraße verdrängt wird, nicht in Luft auf, vielmehr findet er sich in der Züll-, der Bach- und der Breite Straße (die Einbahnregelung soll in Richtung Kirche ab der Züllstraße gelten) wieder.

"Und darüber müssen wir diskutieren", betonte Bürgermeister Norbert Hansen, der den Vorschlag des SPD-Fraktionsvorsitzenden Lutz Barz aufgriff und den Vorschlag unterbreitete, den Entwurf der Verkehrsplanung den Bürgerinnen und Bürgern in einer Einwohnerversammlung vorzustellen.

Der Bürgermeister wies die Ratsmitglieder ergänzend daraufhin, dass mittelfristig das Ziel einer Abstufung der Hauptstraße zur Gemeindestraße angestrebt werden muss.

"Denn erst dann können wir über eine verkehrssichere Gestaltung zur Hauptstraße, die den Fußgängern und Radfahrern zugute kommen soll, letztlich entscheiden", erläuterte Norbert Hansen, der nicht verhehlte, dass bereits in den vorangegangenen Diskussionen von Seiten der Verwaltung ähnliche Standpunkte vertreten wurden, die jetzt ein unabhängiges Planungsbüro dokumentiert hat.