Internet: Kettig will Anbindung ans Breitband

Grundversorgung Mitte März lotet Ortschef Peter Moskopp Möglichkeiten mit VG und Telekom aus

So lebenswert es auch in Kettig ist, eines fehlt der knapp 3300-Seelengemeinde in der heutigen Zeit dringend: ein Breitbandanschluss. Denn laut einer Auswertung verfügt der Ort über die geringste Internet-Datenübertragungsrate in der Verbandsgemeinde(VG) Weißenthurm. Doch das soll sich möglichst bald ändern, deshalb hat die Gemeinde im jüngst beschlossenen Haushaltsplan 2015 (die RZ berichtete) 100 000 Euro für eine Breitbandanbindung veranschlagt. Innerhalb der VG Weißenthurm sei eine Investition durch eine Ortsgemeindein den Internetausbau einzigartig, betonte der Ortsbürgermeister gegenüber unserer Zeitung. „Wir wollen diesen Posten aber setzen, weil es uns wichtig ist, die Grundversorgung, zu der wir auch das Internet zählen, auszubauen“, erläutert Peter Moskopp, der Mitte März einen Termin mit Vertretern von Telekom und VG-Verwaltung hat, um alle Möglichkeiten auszuloten, die es für Kettig gibt. „Eine Breitbandanbindung für die Gemeinde liegt mir sehr am Herzen – bereits seit vielen Jahren“, betont Moskopp und klagt zugleich über die „grottenschlechten“ Anschlüsse in Kettig. Auch wenn man nach Angabender Ortschefs in Kettig Auswirkungen des LTE-Mastes in Bassenheim spüre, bedeute dies nicht,dass der Ort ausreichend versorgt wäre. „Auch im Bürgerhaus hängtsich das Internet regelmäßig auf.“ Bereits in der jüngsten Gemeinderatssitzung führte Ortsbürgermeister Peter Moskopp aus,dass eine ausreichend schnelle Breitbandversorgung ein großes Thema sowohl bei den Gewerbetreibendenals auch in der Wohnbevölkerung sei. „Die Handlungsmöglichkeitender Ortsgemeinde Kettig sind dabei sehr eingeschränkt. Man ist auf die großen Netzanbieter angewiesen, die nach ökonomischen Gesichtspunkten natürlich nicht den ländlichen Raum vorrangig mit schnellem Internet versorgen“, sagte der Ortschef. Um aber für Planungsprozesse sowie die Übernahme von wirtschaftlichen Deckungslücken gewappnet zu sein, wurden vorsorglich besagte 100 000 Euro in den Etat der Gemeinde eingestellt. Das befürworteten auch die Mitglieder im Gemeinderat: „Die Breitbandversorgung sehen wir neben Strom, Wasser und Gas als viertes Standbein in der Grundversorgung an. Da müssen wir nun handeln“, sagte Volker Kaufmann, Sprecher der CDU-Fraktion, und betonte, dass dies insbesondere wichtig sei, um neue Bürger zu gewinnen. Jürgen Hillesheim(FDP) trug derweil vor, dass ihm bekannt sei, dass selbst Bürgerund Geschäftsleute in Kettig bereit wären, sich an den Ausbaukosten zu beteiligen.

Morcinek, Damian: "Internet: Kettig will Anbindung ans Breitband". In: Rhein Zeitung Koblenz, vom 04 März 2015, S. 19