Teenies zeigen atemberaubende Sprünge


In einem wahnsinnigen Tempo rasen sie auf der Wiese den Abhang herunter, um dann auf einer Erd-Sprungschanze bis fast drei Meter hoch zufliegen.

 

Diese atemberaubenden Luftfahrten zeigten Kettiger Jugendliche bei der Einweihung ihres selbstgeschaufelten Dirtbikeparks. Ortsbürgermeister Peter Moskopp blickte vor Beigeordneten, Gemeinderatsmitgliedernund Bürgern zurück auf die Entstehung dieser „Fahrradspielwiese“. „Vor etwa 15 Jahren wurde hier amKettiger Bach von der Gemeinde ein Kreativspielplatz eingerichtet, der dann aber immer in Vergessenheit geriet. Vor etwa eineinhalb Jahren kamen Janis Schäfer, Niko Stadachund Tobias Rohm zu mir und erklärten, dass sie in dem kleinen Wäldchen,wo sie immer fahren, einen Dirtbikeplatz haben wollten.“  Moskopp erklärte später, dass dies nicht möglich sei, da es sich hier um privates Gelände handelte,doch dann hatte er eine Idee: Er zeigte den drei jungen Kettigern den brachliegenden Kreativspielplatz und fragte, ob sie damit zufrieden seien. Das waren  sie, jedoch stellte der Ortsbürgermeister eine  Bedingung: „Ihr macht das selbst, nehmt Schaufeln, Hacken, Schubkarren, wühlt im Dreck und baut das so, wie Ihr das haben wollt.“
Die  Zustimmung der gemeindlichen Gremien bekam Peter Moskopp dann auch, denn die jungen Leute präsentierten ihr Projekt nahezu professionell und wollten kein Geld von der Gemeindehaben:   „Das beschaffen wir uns selbst“, sagten die drei, „wir wollen nur, dass  Gemeinderat und Ortsbürgermeister dahinter stehen, denn das  öffnet uns die Türen für Sponsoren.“Und so ging es Ende März los mit Spaten, Schaufeln, Schubkarren, Hacken, Äxten und Pickel, die derBauhof der Gemeinde zur Verfügung stellte. Lediglich für die größeren Erdbewegungen hatten sie einen Sponsor aus dem Ort, der ihnen mit  einem Bagger aushalf.  Anfangs waren es etwa 15 Jugendliche, die im Dreck wühlten, zum Schluss dann bis zu 30, die fast jeden Tag auf und für den künftigen Dirtbikepark schufteten.
Ortsbürgermeister Peter Moskopp bezeichnete das als Leuchtturmprojekt und dankte allen, die daran mitgewirkt hatten. Dazu zählte auch die kommunale Jugendpflege der Verbandsgemeinde Weißenthurm, die mit Angela Just das Projekt und auch die Eröffnungsfeier unterstützte.  Da gab es ein Malprojekt,  Getränke  und  Kleinigkeiten zum Essen. Eine Party im herkömmlichen Sinne war das nicht, wohl aber für die Dirtbiker. Der Begriff kommt aus dem
englischen und bedeutet Schmutzfahrrad. Das sind kleine, extrem stabile Mountainbikes,  damit sie auch den Dirtjump (Sprung)  schadlos überstehen. Aber nicht nur in die Luft gingen die jungen Leute, auch Weitsprung mit den Fahrrädern war angesagt und dafür gab es sogar einen kleinen Wettbewerb, bei dem die Meterzahl gemessen wurde. Über den Kettiger Bach in das idyllische Wäldchen zu springen, schaffen sogar die Kleinen. Ungefährlich ist das  alles nicht und  so  hat  die  Gemeinde  Kettig Schilder angebracht,  dass  der Dirtbikepark  nur  mit  Helm  und weiterer Ausrüstung  auf  eigeneGefahr    benutzt    werden    darf. Streng verboten sind motorisierte  Fahrzeuge,  also  ein  Cross-Motorrad hat  hier absolut  nichts verloren. Jedenfalls  gibt  es  in  Kettig  jetzt ein  Gelände,  auf  dem  die  Jugendlichen  sich  austoben  und Spaß haben können, was in vielen  anderen  Gemeinden  leider nicht  der  Fall  ist  und  Jugendliche  sich daher  in ihrem  Dorf langweilen. Schließlich kann der Kettiger Dirtbikepark  sogar   in der  dunklen  Jahreszeit  genutzt werden,  da  er  von nahe  liegenden Straßen beleuchtet wird.

Quelle: Blick aktuell - Weißenthurm Nr. 29/2016