Neue Hinweisschilder: Gemeinde Kettig will auf ihre Geschichte aufmerksam machen

230418
Bürgermeister Peter Moskopp präsentierte mit Mitgliedern der Familien Hommer und Schmorleiz einige historische Tafeln.

Auf eine sehr lange Geschichte blickt die Gemeinde Kettig zurück: 1204 wurde sie urkundlich erstmals erwähnt. Zeugnisse dieser Geschichte finden sich auch heute noch zahlreich im Dorf, nur werden sie von nicht Fachkundigen häufig kaum wahrgenommen. Der Gemeinderat beschloss aus diesem Grund, an geschichtlich markanten Stellen entsprechende Schilder aufzuhängen. Erstellt wurden die Schilder mithilfe des Ortschronisten und Heimatforschers Gerd Elingshäuser.

Altes Pfarrhaus am Bach:
Bereits im 14. Jahrhundert wird das Haus in der Bachstraße 3 als Wohnhaus des Pfarrers erwähnt. Zu dem Pfarrhaus gehörten auch eine Scheune sowie ein Gebäude, in dem eine Kelter stand – ein Zeichen für den einstmals regen Weinanbau in Kettig. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde schließlich ein neues Pfarrhaus in der Schulstraße gebaut. Das Gebäude in der Bachstraße wurde an die Familie Hommer veräußert.

Synagoge:
38 Mitglieder zählte die jüdische Gemeinde in Kettig Anfang des 20. Jahrhundert. Zentrum ihres Glaubens war die ehemalige Synagoge. In der Pogromnacht am 9. November 1938 wurde sie nicht zerstört. 1976, die Mitglieder der jüdischen Gemeinde Kettig waren emigriert oder im Holocaust ermordet worden, wurde die Synagoge, die zuletzt als Lagerraum genutzt wurde, abgerissen. Die Synagoge befand sich an der Bachstraße zur Einmündung Dobenstraße.

Zehntplatz:
Im Bereich der Kettiger Hauptstraße befand sich der sogenannte Zehntplatz, auf dem die Bauern ein Zehntel ihrer Ernte, der sogenannte Zehnt, dem Landesherren ablieferten.

Pfarrkirche St. Bartholomäus:
Die zweischiffige Hallenkirche stammt aus dem 15. Jahrhundert. Schutzpatron ist der heilige Bartholomäus, von dem sich eine Reliquie in einem Schrein im Altarraum befindet. Im 18. Jahrhundert war Kettig deshalb ein beliebter Wallfahrtort. Während der Französischen Revolution und der napoleonischen Kriege geriet diese Tradition in Vergessenheit.

Quelle: Rheinzeitung vom 23.04.18, Seite 29